Peter Pan hol mich ab, ich bin bereit!!

 
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24. 24! VIERUNDZWANZIG!
Die Zahl wird nicht besser, je häufiger ich sie mir vorhalte. Bin ich die Einzige, die nicht älter werden will? Die Einzige die das Erwachsenenleben genau so gut meistert wie ein Mathetest in der 8. Klasse? Die Einzige die den ganzen Tag 90er Musik hört und ein Kuscheloctopus namens Clemens hat? 

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Erwachsen sein wurde einem nicht in der Schule beigebracht. Ich weiß wie ein Dreieck berechnet wird, aber nicht wie ich eine Steuererklärung schreibe! Und keiner hat mir gesagt, dass Erwachsen sein so wahnsinnig viel Verantwortung mit sich bringt. Iiih Verantwortung...

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Wer einen tiefgründigen Blogeintrag erwartet, ist hier leider falsch. Ganz ehrlich, ich will nur diese Bilder zeigen, weil ich mich immer wieder selbst daran erinnern muss, dass so wie ich aussehe vollkommen OK ist. Nebenbei will ich jammern, wie doof es ist älter zu werden. Nichts besonderes also.

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Dies sind wohl die ersten Bilder, bei denen ich nicht meine Haut retouchiert habe. Die ersten Bilder mit Pickel, Dehnungsstreifen, Pigmentstörungen, Narben. Und es ist mir so egal. Ich muss lernen mich von einem Idealbild zu verabschieden. Aufhören etwas hinterher zu jagen, dass ich nie sein kann. Ich werde nie Zahnstocher Beine haben. Nie einen flachen mini Po. Nie lange dünne Ärmchen um die ich meinen Daumen und Zeigefinger schließen kann. Und ganz ehrlich, ich kann froh sein, dass ich das nie schaffen werde. Denn wenn ich es soweit schaffen würde, wäre ich dem Tod näher als dem Leben. Mein Leben würde nur noch aus Wasser und 2 Reiswaffeln am Tag bestehen. Meine Haare würden noch extremer ausfallen und meine Lippen aufreißen.

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Und obwohl ich weiß, wie schädlich es ist, ich weiß wie sehr es mich kaputt macht, so kann ich doch nicht einfach aufhören. Seit fast einem Jahr kämpfe ich nun mit einer Essstörung und mal ist es super und mal stürze ich aus dem 13 Stock. Es ist ein ewiger Kampf. Doch dieser Kampf ist meiner. Egal wie sehr mich diese verdammte Störung verwundet, aufgeben werde ich nie.

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Zu meiner BPS Diagnose kam nun auch Dysmorphophobie.
Eine Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Ich finde es krass, dass dieses Phänomen einen Namen hat. Denn sind wir mal ganz ehrlich, hat nicht jeder schonmal in den Spiegel geschaut und einen Körper gesehen der einfach nicht zu einem (zu der Vorstellung von einem) passt? Ich denke, dass Problem liegt ganz klar in dem Wettbewerbsdenken, dass uns von klein auf in den Schädel gehämmert wird. Dazu kommt die tolle Mediawelt die uns mit ihren '5kg in 2 Wochen' Diäten einen Lebensstil prädigt der uns immer das Gefühl gibt nicht genug zu sein. Models die uns mit ihrem Perfektem Antlitz den Atem rauben und uns in die bescheuertsten Klamotten pressen lässt. Dabei vergessen wir nur leider, was viele dieser "perfekten" Menschen auf sich nehmen um so auszusehen. Und selbst wenn sie Glück haben und mit einem "perfekten" Körper gesegnet sind, was macht unseren Körper weniger "perfekt"

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Unser Körper ist doch perfekt. Er funktioniert. Er atmet. Er läuft. Er arbeitet. Er lebt! Was tun wir unserem Körper für Unrecht an wenn wir ihn hungern lassen, ihn bis zur totalen Erschöpfung trainieren lassen? Was bringt es uns einen von innen total kaputten Körper zu haben wenn er von aussen irgendeinem Schönheitsideal entspricht? Sind wir uns selbst so gleichgültig, dass wir mehr Wert auf unser Erscheinungsbild legen als auf unsere Gesundheit?

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Ich glaube nichts ist schwieriger als sich selbst so zu akzeptieren und vorallem zu lieben, wie man ist. Alles was wir tun können ist uns jeden Tag vor den Spiegel zu stellen und jedes mal etwas neues zu entdecken, dass uns gefällt. Uns durch die Augen der Menschen zu sehen die uns lieben. Uns zu feiern und zu respektieren für das was wir schaffen und schon geschafft haben.

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Auch wenn ich es hasse älter zu werden, so bin ich doch dankbar für ein weiteres Jahr, dass mein Körper mit mir durch gemacht hat. Wohl das schwerste bisher. Aber er hat mich nicht im Stich gelassen. Auf ein neues Jahr und darauf, dass ich nächstes Jahr zurück blicken kann und sagen kann "Ich liebe mich so wie ich bin, tut mir leid geliebter Körper. Ich werde dich niewieder so verletzen!"

Angi ♥

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